Alpha Type Schreibbüro

Sonnenschutz im Schreibbüro

Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Zeit als Schreibkraft in der Versicherungsagentur erinnern, für die ich auch heute noch arbeite. Damals kamen gerade die ersten elektrischen Schreibmaschinen auf und ich war stolz darauf, auf solch einem modernen Gerät die Geschäftspost in der Hälfte der Zeit erledigen zu können wie vorher.
Mein Büro lag im südlichsten Winkel des Gebäudes, hatte schöne große Fenster mit Blick auf einen kleinen Park, sodass ich meinen Schreibtisch so stellte, dass ich diese Aussicht so oft wie möglich genießen konnte. Im Sommer wurde es im Büro oftmals ziemlich heiß, sodass ich es oft bereute, keine Gardinen oder ein Rollo am Fenster zu haben, doch damals dachte noch niemand an den Sonnenschutz. Dafür genoss ich es von September bis Mai, wenn die Sonne auf mich und meine Schreibmaschine schien und mich wärmte. Fast 10 Jahre lang erledigte ich so die Geschäftspost, bis ich meine elektrische Schreibmaschine durch einen Computer ersetzen musste.
Von da an veränderte sich nicht nur meine Arbeit, sondern auch mein Büro. Natürlich im positiven Sinne. Denn Tipp-Ex und Schreibmaschinengeklapper waren von nun an passé. Doch leider auch die genüsslichen Sonnenstunden am Schreibtisch, denn sobald sie durchs Fenster schien, war auf dem Bildschirm nichts mehr zu erkennen. Doch dafür bekam ich an mein Fenster einen schicken Lamellenvorhang, den ich immer so drehen und wenden konnte, dass ich vom Sonnenlicht nicht geblendet wurde, aber dennoch ein wenig die schöne Aussicht genießen konnte. Auch ein ergonomischer Schreibtisch, zahlreiche moderne Bürogeräte und ein bequemer Schreibtischstuhl zählten von nun an zu meiner Arbeitsplatzeinrichtung.
Inzwischen wurden die Lamellenvorhänge durch ein Plissee an jedem Fenster ausgetauscht, weil dadurch das Erscheinungsbild unserer Agentur ein wenig moderner und jugendlicher gemacht werden sollte. Damit wird bei Sonne nun leider auch das letzte bisschen Aussicht nach draußen verdeckt, was aber gar nicht weiter weh tut, denn leider musste der kleine Park einem großen Parkhaus weichen, sodass ich gar nicht mehr gerne aus dem Fenster schaue. Willkommen in der modernen Welt!