In den letzten hundertfünfzig Jahren hat es in den Büros und Schreibstuben sehr große Veränderungen gegeben. Vorher wurde alles ausschließlich per Hand erledigt: der gesamte Schriftverkehr, die Buchhaltung, die Planung und auch die Anfertigung und Vervielfältigung von Dokumenten. Das wichtigste Arbeitsgerät war der Füller bzw. die Feder, Tinte oder Tusche und Papier. Stempel gab es auch schon vor ein paar Jahrhunderten und einige nutzten auch schon das Telefon oder Telegraphen zur schnelleren Fernübermittlung von Nachrichten.
So war in jeder Firma immer ein ganzes Heer von Schreibern, Kopisten und Buchhaltern beschäftigt, die meist am Stehpult alles in sonntäglicher Schönschrift zu Papier brachten was nötig und wichtig war. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hielten dann die ersten mechanischen Schreibmaschinen Einzug in die Büros, wodurch sämtliche Schreibarbeiten erleichtert und beschleunigt wurden. Mit ihnen eroberte dann auch das weibliche Geschlecht die Kopierstuben und Schreibsäle, ebenso die Telefon- und Fernschreibzentralen.
Immer wieder wurden neue Büroartikel und Geräte erfunden, meist kamen die moderneren Entwicklungen aus den USA über den großen Teich, da man in Deutschland und Europa durch die beiden Weltkriege mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatte. Erst in den Zeiten des Wirtschaftswunders erkannte man, welch großer Bedarf an moderner Bürotechnik bestand. Mechanische Schreibmaschinen wurden nach und nach durch elektrisch und elektronisch gesteuerte ersetzt, neue Kopier- und Vervielfältigungsverfahren wurden entwickelt und das Telefon wurde zum wichtigsten Kommunikationsgerät.
Ende des letzten Jahrhunderts war dann endlich auch der Personalcomputer bereit für seinen Einsatz in den Büros. Er übernahm alle Schreib- und Rechenarbeiten, die Speicherung und Verwaltung von Daten, den Druck und die Vervielfältigung von Dokumenten und mit dem Internet auch die Nachrichtenübermittlung. Wer früher auf einer Brother Schreibmaschine geschrieben hat, druckt heute mit Toner Brother. Inzwischen darf der PC in keinem Büro mehr fehlen.
Da fragt man sich: Wie werden die Schreibbüros wohl in 50 Jahren aussehen? Wahrscheinlich wird es sie gar nicht mehr geben, denn schon jetzt ist man dank mobilen Internet und Notebooks zum Schreiben und Kommunizieren nicht mehr an einen Ort gebunden, sondern kann sich auch zu Hause, auf Reisen, oder am Strand ein Büro unterm Sonnenschutz einrichten.