Klassische Bewerbung verschwindet
In den letzten Jahren sind bei Bewerbungen vor allem zwei Trends zu beobachten: Zum einen haben kreative und individuelle Bewerbungen immer bessere Erfolgschancen, zum anderen ist gerade das Gegenteil, die anonymisierte Bewerbung, im Kommen. Zusätzlich muss ein Arbeitssuchender damit rechnen, dass der zukünftige Arbeitgeber auch im Internet über ihn recherchiert. Auf diese Weise werden die Bewerbungsunterlagen – manchmal unfreiwillig – erweitert. Interessanterweise treffen in den letzten fünf Jahren weniger Bewerbungen bei den Unternehmen ein, obwohl sich das Jobangebot durch das Internet für die Bewerber geändert hat und Distanz kein Problem mehr darstellt. So finden beispielsweise auch ein Berliner inzwischen problemlos in Augsburg Jobs, da die Recherchemöglichkeiten erweitert sind.
Damit kreative Bewerbungen erfolgreich sind, ist es vor allem wichtig, dass die Idee der Bewerbung innovativ ist und auf das Unternehmen zugeschnitten ist. Dafür sollte man im Vorfeld ausführlich recherchieren. Sobald der zukünftige Arbeitgeber bereits eine ähnliche Bewerbung gesehen hat, sinken die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch rapide. Ohnehin bevorzugen gerade traditionelle Unternehmen die klassische Bewerbung. Bei manchen Firmen geht man sogar noch einen Schritt weiter und bevorzugt anonymisierte Bewerbungen. Während viele Unternehmen hierbei lediglich auf ein Foto verzichten, um den ersten Eindruck nicht vom Äußeren der Bewerber abhängig zu machen, gibt es auch weitergehende Versuche, bei denen persönliche Angaben wie Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Name und Alter völlig fehlen. Auf diese Weise werden die Bewerber lediglich nach ihren Qualifikationen zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
Dies ermöglicht beispielsweise, dass ein Bewerber, der aufgrund seines Alters bei einem klassischen Bewerbungsverfahren nicht eingeladen werden konnte, im Bewerbungsgespräch punkten kann.
Als damalige Sekretärin meines Chefs war ich im Schreibbüro für alle anfallenden Schreibaufgaben zuständig, so auch die privater Natur, die er vielleicht sogar seiner Frau verheimlichte. Ich musste deshalb natürlich sehr diskret arbeiten und durfte privat nie über den Schriftverkehr der Arbeit reden, wie es sich ja auch bis heute nicht geändert hat.
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